Physiotherapie · Atemtherapie 2026

Atemtherapie: Prüfungswissen für das Physio-Staatsexamen

Atemphysiologie, COPD, Asthma, Sekretmanagement — strukturiert auf Prüfungsniveau. Lagerungsdrainagen, PEP-Systeme, Atemübungen und Reha-Szenarien kompakt erklärt. 10 Minuten pro Lerneinheit.

Atemphysiologie COPD + Asthma + Reha Sekretmanagement

Warum Atemtherapie im Physio-Staatsexamen so viele überrascht

Atemtherapie klingt simpel — ist es aber nicht. Pathophysiologie von COPD und Asthma, Kontraindikationen bei PEP-Systemen, postoperative Pneumonieprophylaxe: Wer nur Techniken auswendig lernt, ohne Physiologie zu verstehen, scheitert an den Fallszenarien in der mündlichen Prüfung.

1
Atemphysiologie wird übersprungen

Compliance, Resistance, Ventilation/Perfusion-Verhältnis — ohne diese Grundlagen kann man keine Indikation begründen. Prüfer fragen gezielt nach: Warum Lippenbremse bei Emphysem? Warum keine Percussion bei Thrombopenie?

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COPD und Asthma werden verwechselt

Irreversible vs. reversible Obstruktion, pink puffer vs. blue bloater, Peak-Flow vs. FEV1/FVC — die Unterschiede sind prüfungsrelevant und müssen sitzen. Wer beides durcheinanderbringt, verliert Punkte in der Fallbesprechung.

3
Postoperative Atemtherapie wird unterschätzt

Nach Lungensektionen, Herzoperationen oder großen Baucheingriffen ist Atemtherapie die kritischste physiotherapeutische Intervention. Pneumonieprophylaxe, Schmerzmanagement, frühe Mobilisation — konkrete Abläufe müssen bekannt sein.

Die Lösung

MicroSkills Atemtherapie-Module erklären Atemphysiologie, COPD und Asthma, Sekretmanagement und postoperative Versorgung in 10-Minuten-Einheiten. Jede Einheit mit Fallbezug — Pathophysiologie verstehen, Maßnahme begründen, Kontraindikation nennen.

Die wichtigsten Atemtherapie-Themen für die Physio-Prüfung

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Thema 1

Atemphysiologie: Compliance, Resistance & Atemmechanik

Atemmechanik & Muskulatur
  • Inspiration: aktiv — Zwerchfell (primär), Interkostalmuskulatur
  • Expiration: passiv (Ruheatmung) durch elastische Rückstellkraft
  • Atemhilfsmuskulatur: Skaleni, Sternocleidomastoideus, Mm. pectorales
  • Compliance = Dehnbarkeit des Lungengewebes (vermindert bei Fibrose)
  • Resistance = Strömungswiderstand (erhöht bei Obstruktion)
Ventilation & Perfusion
  • Totraum: anatomisch (150 ml) + alveolär (ventiliert, nicht perfundiert)
  • V/Q-Quotient: normal ∼0,8; erhöht bei Lungenembolie, vermindert bei COPD
  • Atelektasen: kollabierte Alveolen → Shunt → Hypoxämie
  • Hyperventilation: CO2-Abfall, Alkalose, Tetanie möglich
  • Messung: Spirometrie (FEV1, FVC, Tiffeneau-Index), Blutgasanalyse
Prüfungsstrategie: Tiffeneau-Index (FEV1/FVC) kennen: normal >0,7. Bei Obstruktion (COPD, Asthma): FEV1 vermindert, FVC normal → Tiffeneau <0,7. Bei Restriktion (Fibrose): beide vermindert, Tiffeneau normal. Prüfer fragen oft: "Wie unterscheiden Sie Obstruktion von Restriktion?"
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Thema 2

COPD & Asthma: Pathophysiologie & PT-Maßnahmen

COPD
  • GOLD-Stadien I–IV nach FEV1/FVC <0,7 und FEV1-%-Soll
  • Pink puffer: Emphysem-Typ, Dyspnoe, kachektisch, keine Zyanose
  • Blue bloater: Bronchitis-Typ, Zyanose, Husten, Hyperkapnie
  • Hyperin flation: Barrel chest, Zwerchfell abgeflacht
  • PT: Lippenbremse, Sekretmanagement, Atemmuskeltraining, Ausdauer

Detaillierte COPD-Atemtherapie: GOLD-Stadien, Lippenbremse, Autogene Drainage

Asthma bronchiale
  • Reversible Obstruktion durch Bronchospasmus + Entzündung
  • Extrinsisch (allergisch) vs. intrinsisch (nicht-allergisch)
  • Peak-Flow-Messung: Selbstmonitoring, Ampelschema
  • Akutmanagement: Salbutamol (Beta-2-Agonist), Notarzt bei Status asthmaticus
  • PT: Keine Percussion im Anfall! Atemerleichternde Stellungen, Edukation
Prüfungsfalle: Im Asthma-Anfall keine Perkussion und keine forcierte Ausatmung — Bronchospasmus kann sich verstärken. Atemerleichternde Stellung: Kutschersitz (Arme abgestützt, Schulterblatter fixiert). Salbutamol-Gabe über Spacer erklären können.
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Thema 3

Sekretmanagement: Lagerungsdrainage & PEP-Systeme

Lagerungsdrainagen
  • Trendelenburg-Lagerung: Basalsegmente drainieren, 15–20° Kopftief
  • Seitenlagerungen: jeweils den oberen Lungenflügel drainieren
  • Dauer: 10–15 Minuten pro Position, danach Sekret abhusten
  • Kontraindikationen: Hirndruck, Reflux, hämodynamische Instabilität
  • Manuelle Techniken: Percussion (Klopfen), Vibration bei Ausatmung
PEP-Systeme & Huffing
  • PEP (Positive Expiratory Pressure): erhöhter Bronchialdruck → Sekretlösung
  • Flutter: vibrierender Widerstand, zusätzliche Sekretmobilisation durch Oszillation
  • RC-Cornet, Acapella: ähnliches Prinzip wie Flutter
  • Huffing-Technik: forciertes Ausatmen ohne Glottisschluss ("huff")
  • Autogene Drainage: 3-Phasen-Technik (lockern, sammeln, räuspern)
Prüfungswissen: Kontraindikationen PEP: nicht drainierter Pneumothorax (absolute KI), Bulla, hämodynamische Instabilität. Percussion kontraindiziert bei: Thrombopenie, Osteoporose, frische Rippenfrakturen, Blutungsneigung. Immer begründen können.
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Thema 4

Atemübungen: Lippenbremse, Bauchatmung & Postoperativ

Atemübungen & Technik
  • Lippenbremse: leicht geöffnete Lippen, verlängerte Ausatmung, Bronchialstabilisierung
  • Bauchatmung: Zwerchfell als Hauptatemmuskel, Bauchdecke hebt sich bei Inspiration
  • Kostale Atemübungen: gezielt einzelne Thoraxanteile mobilisieren
  • Lift-Atmen: Arme heben → thorakale Entfaltung, ventilationssteigernd
  • Dosierte Ausatmung: bewusste Verlängerung der Exspirationsphase
Postoperative Atemtherapie
  • Pneumonieprophylaxe: tiefe Atemzüge stündlich, frühe Mobilisation
  • Triflow-Atemtrainer: visuelles Feedback, Volumen steigern
  • Schmerzadaptation: Wunde beim Husten unterstützen (Kissen)
  • Nach Thorakotomie: Drainagenmanagement beachten, Atelektasenprophylaxe
  • NIV-Unterstützung: bei Ateminsuffizienz, CPAP/BiPAP-Grundlagen
Prüfungstipp: Lippenbremse Wirkprinzip erklären: positiver Druck in den Atemwegen verzögert den dynamischen Bronchialkollaps bei Emphysem (floppy airways). Ohne Lippenbremse: Atemwege kollabieren bei forcierter Ausatmung → Air trapping verschlimmert sich.
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Thema 5

Reha & spezielle Situationen: Intensiv, Long COVID, Kardioreha

Intensivpatient & Weaning
  • NIV (Non-Invasive Ventilation): CPAP, BiPAP — Indikationen, Maskenversorgung
  • Tracheotomie: Kanülenmanagement, Absaugen, Dekanülierungsplanung
  • Weaning: Belästungsstrategien, Spontanatmungsversuche (SBT)
  • Lagerungstherapie: Bauchlagerung bei ARDS (Oxygenierung verbessern)
  • Frühmobilisation: Intensivpatienten so früh wie möglich mobilisieren
Long COVID & Kardioreha
  • Long COVID: Belastungsdyspnoe, Post-Exertional Malaise (PEM), Atemdysregulation
  • Pacing-Strategie: Belastung schrittweise erhöhen, Symptome monitoren
  • Kardiologische Reha: Atemmuskeltraining nach Herzinsuffizienz
  • 6-Minuten-Gehtest: Standardmessung kardiopulmonale Belastungskapazität
  • Atemmuskeltraining: Threshold-Geräte, inspiratorische Widerstandsgeräte
Long-COVID-Prüfungswissen: Post-Exertional Malaise (PEM) bedeutet: nach Belastung Symptomverschlechterung um 12–48h verzögert. Daher kein Push-through-Training — Pacing ist das Kernprinzip. Prüfer erwarten: PEM erkennen, Therapiekonzept anpassen.

COPD vs. Asthma — Prüfungsrelevanter Vergleich

COPD und Asthma werden in der Prüfung häufig in Fallbesprechungen gegeneinander gestellt. Wer die Unterschiede kennt, kann die richtige PT-Maßnahme wählen und begründen.

Merkmal COPD Asthma PT-Maßnahmen
Obstruktion irreversibel reversibel COPD: Lippenbremse, Ausdauer; Asthma: Trigger, Edukation
Hauptursache Rauchen Allergie/Trigger Triggervermeidung bei Asthma
Alter bei Beginn >40 Jahre oft Kindheit
Überblasung häufig (Emphysem) im Anfall möglich COPD: Atemökonomie; Asthma: atemerleichternde Stellung
Sputum meist mukös mukös/eosinophil Sekretmanagement primär bei COPD
PT-Schwerpunkt Sekretmanagement, Kräftigung Akutmanagement, Edukation Keine Percussion im Asthma-Anfall!
Wichtige Kontraindikationen: PEP-Systeme sind kontraindiziert bei nicht drainiertem Pneumothorax, hämodynamischer Instabilität und intrakraniellem Druckanstieg. Percussion/Klopfen ist kontraindiziert bei Thrombopenie, frischen Rippenfrakturen, Osteoporose und Blutungsneigung. Lagerungsdrainage in Kopftieflage ist kontraindiziert bei Hirndruck und schwerer Herzinsuffizienz.

Atemtherapie Staatsexamen — was Azubis am meisten fragen

Sekretmobilisation, Verbesserung der Ventilation, Atemmuskelkräftigung, Atemmuster-Ökonomisierung, postoperative Pneumonieprophylaxe. Physiotherapeuten wenden Lagerungsdrainagen, Atemübungen, PEP-Systeme, Inhalationsbegleitung und Patientenedukation an. Im SKL-Prüfungskontext: Indikation erkennen → Maßnahme wählen → Wirkung erklären.
COPD-Definition: chronisch obstruktive Lungenerkrankung, GOLD-Stadien I-IV nach FEV1/FVC-Verhältnis (<70%). Phänotypen: pink puffer (Emphysem-Typ, Dyspnoe dominiert) vs. blue bloater (Bronchitis-Typ, Zyanose + Husten). PT-Maßnahmen: Sekretmanagement (Flutter, PEP), dosierte Ausatmung, Lippenbremse, Atemökonomie, Atemmuskeltraining. Kontraindikationen: Keine PEP bei nicht drainiertem Pneumothorax, keine Percussion bei Thrombopenie.
Sekretmanagement = Maßnahmen zur Mobilisation und Entfernung von zähem Bronchialsekret. Lagerungsdrainagen: Trendelenburg-Lagerung (basale Drüsen drainieren), Seitenlagerungen, zeitlich 10-15 Min. PEP-Systeme: Flutter (vibrierender Widerstand), RC-Cornet, Acapella — erzeugen positive exspiratorische Druckschwingungen → lösen Sekret. Huffing-Technik (forcierte Ausatmung ohne Glottisschluss) + autogene Drainage. Manuell: Klopfen (Percussion), Vibration während Ausatmung.
Lippenbremse: verlängert Exspiration, erhöht Bronchialdruck → beugt Kollaps vor bei Emphysem. Bauchatmung (Zwerchfellatmung): Optimiert Atemvolumen, entspannt Atemhilfsmuskulatur. Kostale Atemübungen: Mobilisation einzelner Thoraxabschnitte, z.B. nach OP. Basale Atemübungen im Sitz (Lift-Atmen, Seufzer). Postoperativ: Triflow-Atemtrainer, tiefe Atemübungen stündlich, frühe Mobilisation → Pneumonieprophylaxe.
COPD: chronisch-progressive Obstruktion → Fokus auf Sekretmanagement, Atemökonomie, Atemmuskelkräftigung. Asthma: reversibler Bronchospasmus → Akutphase (beruhigen, Notfallsalbutamol, keine Percussion), Trainingsphase (Ausdauer, Atemübungen, PEF-Selbstmessung). COPD-Patienten: Lippenbremse unverzichtbar. Asthma-Patienten: Triggervermeidung, Peak-Flow-Messung. Gemeinsam: Patientenedukation, Atemmuskeltraining, Atemschule.
Typische Szenarien: "Patient nach Lobektomie — welche Atemtherapie?" (Pneumonieprophylaxe, Schmerzadaptation, Triflow, Frühmobilisation). "COPD-Patient, GOLD III — was tun?" (Sekretmanagement, Lippenbremse, Ausdauertraining). Prüfer erwarten: Pathophysiologie erklären → PT-Maßnahme wählen → Begründen → Kontraindikationen nennen. Atemtherapie-Module bei MicroSkills verfügbar: SKL-Prüfungseinheiten zu Innerer Medizin und Kardiologischer Reha.

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