SKL · Innere Medizin J3

Kardiologische Reha: NYHA, Borg & der Betablocker-Fallstrick

NYHA-Klassifikation, Borg-Skala, Kardio-Phasen I–III, COPD-Atemtechniken, KPE-Entstauungstherapie — die 5 Innere-Medizin-Reha-Themen, die in fast jeder J3-Prüfung auftauchen. 10 Minuten. Kein AMBOSS-Overkill.

5 Kernthemen J3 Staatsexamen-Niveau 10 Min/Einheit

Warum Kardiologische Reha für J3-Azubis so schwer ist

Kardiologische Rehabilitation ist das Fach, das die meisten J3-Azubis unterschätzen. NYHA und Borg klingen bekannt — aber die Prüfung fragt genau das, was die Physio bei einem Patienten unter Betablocker entscheiden muss: Welcher Borg-Wert gilt als Ziel, wenn die Herzfrequenz kein zuverlässiger Parameter mehr ist?

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Der Betablocker-Fallstrick bei NYHA und Borg wird oft übersehen

Betablocker dämpfen die Herzfrequenzantwort auf Belastung. Wer bei Betablocker-Patienten die Belastung nur über die Herzfrequenz steuert, riskiert Über- oder Unterdosierung. Die Prüfung fragt genau diesen Zusammenhang — und erwartet Borg als Lösung.

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Kardio-Reha-Phasen werden auswendig gelernt, aber nicht verstanden

Phase I, II, III — viele Azubis kennen die Namen, aber nicht die spezifische PT-Aufgabe in jeder Phase. Was macht die Physio in der akuten Herzphase? Was unterscheidet Phase II von Phase III? Das kommt als Fallvignette.

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KPE und Lymphödem sind Spezialthemen mit vielen Verwechslungspotenzialen

Vier Säulen der KPE, Unterschied Lymphödem vs. kardiales Ödem, Kontraindikationen für Manuelle Lymphdrainage — Themen, die im Unterricht oft verkürzt behandelt werden, aber im J3-Staatsexamen regelmäßig auftauchen.

Die Lösung

MicroSkills liefert Kardio-Reha-Inhalte aus der Physio-Perspektive: NYHA bedeutet bei uns, welche Belastung du dosierst und ab wann du abbrichst. Borg bedeutet, welcher Wert für welchen Patienten gilt — mit Betablocker-Sonderregel. KPE bedeutet: alle vier Säulen mit Begründung, nicht nur als Liste. 10-Minuten-Einheiten, Fallbeispiele, sofortiges Feedback.

Die 5 wichtigsten Kardio-Reha-Themen für J3

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Thema 1

NYHA-Klassifikation & Borg-Skala (mit Betablocker-Fallstrick)

NYHA I–IV + PT-Konsequenz
  • NYHA I: keine Beschwerden bei normaler Belastung → volles Training möglich
  • NYHA II: Beschwerden bei stärkerer Belastung → moderates Ausdauertraining (Borg 11–13)
  • NYHA III: Beschwerden bei leichter Alltagsbelastung → nur sitzende leichte Übungen (Borg 9–11)
  • NYHA IV: Ruhedyspnoe → keine aktive Belastung ohne Arztfreigabe
  • Tägliche Gewichtskontrolle: +2 kg in 2 Tagen = Arzt informieren
Borg-Skala & Betablocker-Regel
  • Borg-Skala: subjektive Belastungswahrnehmung 6–20 (oder 0–10)
  • Normalpatient: Herzfrequenz UND Borg zur Belastungssteuerung
  • Betablocker-Patient: HF ist gedämpft → Borg als primärer Parameter
  • Ziel Borg 11–13 (leicht bis etwas anstrengend) für NYHA II
  • Abbruch bei Borg > 15 oder Symptomen unabhängig vom Borg-Wert
Prüfungsfalle: Patient nimmt Betablocker → Herzfrequenz bei 50% HFmax erscheint niedrig, Patient fühlt sich aber angestrengt (Borg 14). Richtige Reaktion: Belastung reduzieren, Borg-Wert ist massgeblich. HF allein nicht ausreichend.
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Thema 2

Kardiologische Rehabilitation Phasen I – III

Phase I & II
  • Phase I (Akut, Krankenhaus): Frühmobilisation nach Herzinfarkt/Herzop
  • Phase I: tägliche Mobilisationssteigerung, Atemübungen, Vitalzeichen-Monitoring
  • Phase II (AHB, stationär/ambulant): strukturiertes Ausdauertraining
  • Phase II: Fahrradergometer, Nordic Walking, Gruppentherapie
  • Phase II: Belastungssteuerung NYHA + Borg + Herzfrequenz
Phase III & Abbruchkriterien
  • Phase III (Herzgruppe, ambulant, langfristig): Selbstständigkeit erhalten
  • Phase III: Trainingsplanung, Motivation, Notfallmanagement in der Gruppe
  • Abbruchkriterien: Angina pectoris, Dyspnoe über Norm, RR > 220/110 mmHg
  • Abbruch: neue Rhythmusstörungen (Palpitationen, Schwindel)
  • SpO2 < 88%: sofortiger Abbruch, Arzt informieren
Merkhilfe Phasen: I = Krankenhaus + Frühmobilisation. II = Reha-Klinik + strukturiertes Training. III = Herzgruppe + Langzeitstabilisierung. Jede Phase hat eigene PT-Aufgaben — in der mündlichen Prüfung alle drei beschreiben.
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Thema 3

COPD-Atemtechniken: Lippenbremse, Autogene Drainage & Huffing

Techniken & Mechanismus
  • Lippenbremse: erhöhter exspiratorischer Widerstand → verhindert Bronchialkollaps
  • Autogene Drainage: 3-Phasen-Atemtechnik zur Sekretverlagerung ohne Husten
  • Huffing (Huff-Cough): offene Glottis, forciertes Ausatmen → Sekret mobilisieren ohne Kollaps
  • Kutschersitz: Entlastungsposition bei Dyspnoe
  • Verlängerte Ausatmung: passiv, doppelt so lang wie Einatmung
Autogene Drainage im Detail
  • Phase 1 (Lösen): tiefe Atemzüge bis Totalkapazität → Sekret von peripheren Atemwegen lösen
  • Phase 2 (Sammeln): mittleres Atemvolumen → Sekret Richtung zentrale Atemwege sammeln
  • Phase 3 (Ausatmen): kleine Atemzüge → Sekret aus den zentralen Atemwegen ausatmen
  • Keine spezifische Lagerung erforderlich (Vorteil gegenüber Lagerungsdrainage)
  • Besonders geeignet bei Bronchiektasen und schwerem COPD
Prüfungsfalle: Normales Husten bei COPD kann Bronchialkollaps auslösen (Glottis schließt, Druckstoß). Huffing mit offener Glottis ist die sichere Alternative. Mechanismus-Begründung ist Pflicht in der mündlichen Prüfung.
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Thema 4

KPE: Die 4 Säulen der Entstauungstherapie beim Lymphödem

Die 4 KPE-Säulen
  • Manuelle Lymphdrainage (MLD): spezifische Grifftechniken, zentrifugal
  • Mehrlagenkompressionsbandagierung: Kurzzugbinden + Polsterung
  • Entstauende Bewegungstherapie: aktive Übungen in Kompression
  • Hautpflege und Hygiene: pH-neutral, Erysipel-Prävention
  • Alle vier Säulen zusammen = KPE; einzelne Säule allein reicht nicht
Lymphödem vs. kardiales Ödem
  • Lymphödem: eiweißreiches Ödem, dellbar nur im Frühstadium, Stemmer-Zeichen positiv
  • Kardiales Ödem: eiweißarmes Ödem, immer dellbar, bilateraler Knöchelödem
  • Kontraindikation MLD: akutes Erysipel, dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Stemmer-Zeichen: Hautfalte am Zehenrücken nicht abhebbar = Lymphödem
  • Prüfungsfrage: Unterschied Lymphödem vs. Ödem anderer Genese
Merkhilfe KPE: Manuelle Lymphdrainage allein bringt wenig ohne Kompression (Ödem kommt zurück). Kompression allein ohne MLD entstaut nicht ausreichend. Bewegung in Kompression aktiviert Muskelpumpe. Hautpflege verhindert Erysipel. Alle vier Säulen sind gleichwertig.
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Thema 5

PAVK: Fontaine-Stadien & Gehtraining

Fontaine-Stadien I–IV
  • Stadium I: Keine Beschwerden, Befund nur bei Untersuchung
  • Stadium II (Claudicatio): Schmerzen beim Gehen, schmerzfreie Gehstrecke > 200m (IIa) oder < 200m (IIb)
  • Stadium III: Ruheschmerz, besonders nachts liegend
  • Stadium IV: Nekrose, Gangrän, offene Wunden
  • Merkhilfe: I = kein, II = Gehen, III = Ruhe, IV = Nekrose
Gehtraining bei PAVK
  • Stadium IIa/IIb: Gehtraining ist Therapie der Wahl — kein Schonen!
  • Prinzip: Bis zum Schmerzmaximum gehen, kurze Pause, weiter gehen
  • Ziel: Kollateralkreislauf ausbauen durch Belastungsreiz
  • Stadium III/IV: kein Gehtraining, gefäßchirurgische Intervention nötig
  • Prüfungsfalle: Schmerz bei PAVK II ist Therapiereiz, nicht Abbruchkriterium
Prüfungsessenz PAVK: Stadium II = Gehtraining bis zum Schmerz (Ischämiereiz fördert Kollateralbildung). Stadium III/IV = kein Gehtraining, medizinische Intervention vorrangig. Dieser Unterschied ist klassische Fallvignette im J3-Staatsexamen.

NYHA & Borg im Detail: Belastungssteuerung in der Kardiologischen Reha

Die Kombination aus NYHA-Klassifikation und Borg-Skala ist das Fundament der physiotherapeutischen Belastungssteuerung in der Kardiologischen Reha. Bei Betablocker-Patienten gilt eine wichtige Sonderregel, die in der Prüfung regelmäßig abgefragt wird.

NYHA-Stadium Belastbarkeit Borg-Zielbereich PT-Maßnahmen
NYHA I Volle Belastbarkeit, keine Einschränkung 13–15 (etwas bis anstrengend) Ausdauer- und Krafttraining, Prävention
NYHA II Beschwerden bei stärk. Belastung 11–13 (leicht bis etwas anstrengend) Moderates Ausdauertraining, 50–60% HFmax
NYHA III Beschwerden bei leichter Alltagsbelastung 9–11 (sehr leicht bis leicht) Nur leichte sitzende Übungen, Atemtherapie
NYHA IV Ruhedyspnoe, Bettlägerigkeit 6–8 (minimal) Passive Mobilisation, Lagerung, nur nach Arztfreigabe
Betablocker-Sonderregel — immer kennen: Betablocker (Metoprolol, Bisoprolol, Carvedilol) senken die maximale Herzfrequenz um 20–30 Schläge/min. Bei diesem Patientengruppe kann 60% HFmax rechnerisch einer viel höheren subjektiven Belastung entsprechen. Regel für die Prüfung: Bei Betablocker immer Borg als primären Steuerparameter verwenden. HF-Werte allein sind nicht ausreichend zuverlässig.
Abbruchkriterien in der Kardiologischen Reha — ABCDE-Merkreihe: A = Angina pectoris (neu oder stärker), B = Blutdruck > 220/110 oder systolischer Abfall > 20 mmHg unter Belastung, C = Claudicatio bei PAVK III/IV, D = Dyspnoe über Norm oder SpO2 < 88%, E = EKG-Veränderungen oder Rhythmusstörungen. Bei einem dieser Zeichen: sofort stoppen, Patient sichern, Arzt informieren.

KPE-Entstauungstherapie: Die 4 Säulen im Detail

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) ist der Goldstandard der Lymphödem-Behandlung nach AWMF-Leitlinie. In der Physiotherapie-Prüfung wird nicht nur die Benennung der vier Säulen erwartet, sondern auch das Verständnis des Wirkprinzips jeder Säule.

Säule Technik Wirkprinzip Prüfungsdetail
Manuelle Lymphdrainage Spezifische Dehngriffe, zentrifugal (gesund zuerst) Umleitung der Lymphflüssigkeit in funktionsfähige Kollektoren Kontraindikation: akutes Erysipel, dekompensierte Herzinsuffizienz
Kompressionsbandagierung Mehrlagen: Watte + Schaumstoff + Kurzzugbinden Hält Entstauungseffekt der MLD, aktiviert Gewebedruck Kurzzugbinden (nicht Langzugbinden!) — Prüfungsdetail
Entstauende Bewegungstherapie Aktive Übungen in Kompression Muskelpumpe aktiviert Lymphfluss, verbessert Venenpumpe Immer in Kompression, nicht ohne Bandage
Hautpflege & Hygiene pH-neutrale Creme, täglich Schutz der vulnerablen lymphödemösen Haut vor Erysipel Erysipel = absolute KPE-Kontraindikation bis Abheilung
Stemmer-Zeichen beim Lymphödem: Das Stemmer-Zeichen ist der wichtigste klinische Test zur Differenzierung Lymphödem vs. Ödem anderer Ursache: Hautfalte am Zehenrücken (Digitus II) nicht abhebbar = Stemmer-Zeichen positiv = Lymphödem. Bei Herzinsuffizienz-Ödem und venösem Ödem ist die Hautfalte weich und abhebbar. In der mündlichen Prüfung: Stemmer-Zeichen beschreiben und Differenzialdiagnose erklären.

PAVK: Fontaine-Stadien & physiotherapeutisches Gehtraining

Das Gehtraining bei PAVK ist eine der wenigen Therapien, bei der Schmerz kein Abbruchkriterium, sondern der therapeutische Reiz ist. Dieser Grundsatz muss in der Prüfung sicher erklärt werden können.

Fontaine-Stadium Symptome ABI (Knöchel-Arm-Index) PT-Maßnahme
Stadium I Keine Beschwerden, Gefäßbefund zufällig 0,9–1,3 normal; < 0,9 = pathologisch Risikofaktorenreduktion, Prävention
Stadium IIa Claudicatio intermittens, schmerzfreie Gehstrecke > 200 m 0,5–0,9 Strukturiertes Gehtraining bis zum Schmerz
Stadium IIb Claudicatio intermittens, Gehstrecke < 200 m 0,3–0,5 Intensives Gehtraining, Pause bei Schmerz-max.
Stadium III Ruheschmerz, besonders nachts < 0,3 Kein Gehtraining, gefäßmedizin. Intervention
Stadium IV Nekrose, Gangrän, Ulzeration Nicht messbar Revaskularisation, Wundversorgung, Amputation
Gehtraining-Prinzip bei PAVK II: Patient geht bis zum Einsetzen des maximalen Ischämieschmerzes → kurze Pause (stehen oder sitzen, nicht liegen!) → weiter gehen. Der wiederholte Ischämiereiz fördert die Kollateralbildung (Angiogenese). Behandlungsempfehlung: 3×/Woche, 30–60 Min Gesamtgehzeit. Wichtig: Patienten motivieren, den Schmerz als therapeutischen Reiz zu verstehen — das ist Patientenschulung für die Prüfung.
PAVK III/IV: absolutes Gehtraining-Verbot: Bei Ruheschmerz (Stadium III) ist Gehtraining kontraindiziert — der Ischämieschmerz signalisiert, dass der Grundbedarf ohne Belastung nicht gedeckt wird. Jede Belastungssteigerung verschlechtert die Ischämie. Stadium IV: Wundversorgung, Infektionskontrolle, Revaskularisation sind vorrangig. Die Physio-Aufgabe in Stadium III/IV: Lagerung (Tief- statt Hochlagerung des betroffenen Beines), Wundschutz, Koordination mit Arzt.

AMBOSS vs. MicroSkills: Gleicher Inhalt, andere Perspektive

AMBOSS erklärt NYHA und kardiologische Reha auf Medizinstudenten-Niveau: EKG-Veränderungen, Pharmakologie, Indikationen für ICD. Als Physio-Azubi brauchst du davon 10% — aber den richtigen Teil. MicroSkills filtert das Prüfungsrelevante heraus: Borg-Steuerung bei Betablocker, KPE-Säulen mit Wirkprinzip, Gehtraining-Indikation nach Fontaine.

Kriterium AMBOSS / Lehrbuch MicroSkills
Zielgruppe Medizinstudenten / alle Physio-Azubis J3
Prüfungsformat Hammerexamen / allgemein PhysTh-APrV
Einheitslänge Kapitel: 30–90 Min. 10 Minuten
Perspektive Diagnostik und Therapie (ärztlich) PT-Maßnahmen und Grenzen
Sofort-Feedback
Preis ab 19,99 EUR/Monat 9,99 EUR / 90 Tage
Offline-Nutzung
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10-Minuten-Einheiten

Eine Einheit = ein Thema, ein Fallbeispiel, ein Quiz. Kein Scrollen durch 80-seitige Kapitel.

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Prüfungsformat-genau

Fragen im PhysTh-APrV-Stil — so wie sie in schriftlicher, mündlicher und praktischer Prüfung gestellt werden.

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Kein Abo, keine Falle. Einmalzahlung, 90 Tage Vollzugriff — genau für die Prüfungsphase.

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Spaced Repetition

Das System merkt, was du weißt und was nicht. Du wiederholst genau das, was sitzen muss.

8-Wochen-Lernplan Kardiologische Reha Physiotherapie J3

Woche 1–2

NYHA + Borg + Betablocker-Regel

NYHA I–IV mit PT-Konsequenz, Borg-Skala mit Zielwerten, Betablocker-Sonderregel einüben. Abbruchkriterien auswendig kennen.

Woche 3–4

Kardio-Reha Phasen I–III

Phasen-Merkmale, spezifische PT-Aufgaben je Phase, Trainingssteuerung in Herzgruppe, Notfallmanagement bei Herzpatienten.

Woche 5–6

COPD-Atemtechniken + KPE

Autogene Drainage Phasen 1–3, Huffing-Mechanismus, alle KPE-Säulen mit Wirkprinzip, Stemmer-Zeichen, Differenzialdiagnose Ödem.

Woche 7–8

PAVK Fontaine + Wiederholung

Fontaine I–IV mit ABI-Werten, Gehtraining-Prinzip bei PAVK II, absolutes Verbot bei PAVK III/IV, Prüfungsfragen üben, Spaced-Repetition.

10 Min täglich reichen — konsequent. Spaced-Repetition-Prinzip: Neues am ersten Tag, nach 3 Tagen, nach 1 Woche, nach 2 Wochen wiederholen. MicroSkills übernimmt diese Logik automatisch.

FAQ: Kardiologische Reha Physiotherapie J3-Prüfung

Betablocker (Metoprolol, Bisoprolol, Carvedilol) senken die maximale Herzfrequenz um 20–30 Schläge pro Minute. Das hat eine wichtige Konsequenz für die Belastungssteuerung in der Kardiologischen Reha: Wenn die Herzfrequenz als einziger Steuerparameter genutzt wird, ist bei Betablocker-Patienten die errechnete Ziel-HF (z.B. 60% HFmax) nicht mehr zuverlässig — der Patient kann sich trotz niedriger HF stark belasten oder bereits überlasten. Lösung: Borg-Skala (subjektive Belastungswahrnehmung) als primären Steuerparameter verwenden. Zielbereich Borg 11–13 für NYHA II, Borg 9–11 für NYHA III. Merksatz: Bei Betablocker — Borg statt Herzfrequenz.
Phase I (Akutrehabilitation, Krankenhaus, ca. 1–2 Wochen): Frühmobilisation nach Herzinfarkt oder Herzoperation. PT-Aufgabe: tägliche Mobilisationssteigerung unter Monitoring, Atemübungen, Vitalzeichen überwachen, Abbruchkriterien kennen. Phase II (Anschlussrehabilitation, stationär oder ambulant, ca. 3–4 Wochen): strukturiertes Ausdauertraining (Fahrradergometer, Nordic Walking), Belastungssteuerung nach NYHA und Borg, Patientenschulung, Gruppentherapie. PT-Aufgabe: Trainingsplanung und Dosierung. Phase III (ambulante Langzeitrehabilitation in Herzgruppe): Selbstständiges Training, Motivationserhalt, Rückfallprävention. PT-Aufgabe: Trainingsplanung, Notfallmanagement, Begleitung.
Die KPE (Komplexe Physikalische Entstauungstherapie) hat vier gleichwertige Säulen, die zusammenwirken: (1) Manuelle Lymphdrainage: umleitet Lymphflüssigkeit in funktionsfähige Kollektoren — Effekt hält nur Stunden ohne Kompression. (2) Mehrlagenkompressionsbandagierung mit Kurzzugbinden: fixiert den Entstauungseffekt der MLD dauerhaft. (3) Entstauende Bewegungstherapie in Kompression: aktiviert Muskelpumpe und fördert Lymphfluss. (4) Hautpflege pH-neutral täglich: Schutz vor Erysipel (Hautentzündung), das als absolute KPE-Kontraindikation gilt. Keine Säule kann die anderen ersetzen — nur die Kombination aller vier ist KPE.
Lymphödem: eiweißreiches Ödem durch gestörten Lymphabfluss. Frühstadium dellbar, Spätstadium nicht mehr dellbar (fibrös). Stemmer-Zeichen positiv (Hautfalte am Zehenrücken nicht abhebbar). Meist einseitig, bevorzugt Gliedmaßen. Kardiales Ödem: eiweißarmes Ödem durch erhöhten venösen Druck (Herzinsuffizienz). Immer dellbar (Eindrucktest), bilateral (beide Knöchel), verbessert bei Hochlagerung der Beine, tagesrhythmisch (abends schlimmer als morgens). Wichtig für die Prüfung: Kontraindikation Manuelle Lymphdrainage bei dekompensierter Herzinsuffizienz — MLD erhöht venösen Rückstrom und kann das überlastete Herz weiter belasten.
Bei PAVK Stadium II (Claudicatio intermittens) entsteht der Wadenschmerz durch Ischämie: die stenotischen Arterien liefern bei Belastung nicht genug Sauerstoff. Das Gehtraining-Prinzip: Patient geht bis zum maximalen Schmerzpunkt → kurze Pause stehend oder sitzend (kein Liegen!) → weitergehen. Der wiederholte Ischämiereiz stimuliert die Bildung von Kollateralarterien (Angiogenese), die die Stenose umgehen. Ohne Schmerzreiz kein Kollateralwachstum. Das ist der Grund, warum Schmerz bei PAVK II kein Abbruchkriterium ist, sondern der therapeutische Wirkstoff. Prüfungsessenz: Mechanismus erklären, nicht nur "Gehtraining" sagen.
Die autogene Drainage ist eine 3-Phasen-Atemtechnik zur Sekretelimination: Phase 1 (Lösen): tiefe Atemzüge nahe Totalkapazität lösen Sekret von den peripheren Atemwegen. Phase 2 (Sammeln): mittleres Atemvolumen transportiert Sekret Richtung zentrale Atemwege. Phase 3 (Ausatmen): kleine Atemzüge (nahe Residualvolumen) bringen Sekret aus den zentralen Atemwegen. Vorteil gegenüber Lagerungsdrainage: keine spezifische Körperposition erforderlich — Patient kann sitzen. Besonders geeignet für Patienten, die keine Kopftief-Lagerung tolerieren (Herzinsuffizienz, Reflux, nach Abdominalchirurgie). Indikationen: schweres COPD, Bronchiektasen, CF (Mukoviszidose).
Absolute Kontraindikationen der MLD: akutes Erysipel (Hautentzündung) im Behandlungsgebiet, maligne Tumore im aktiven Stadium (Lymphdrainage könnte Metastasen fördern — nach Rücksprache mit Onkologe individuell abwägen), dekompensierte Herzinsuffizienz (MLD erhöht venösen Rückfluss und belastet das Herz). Relative Kontraindikationen: akute Thrombose (kein Massieren, TVT-Risiko), kardiales Ödem ohne Herzinsuffizienz-Behandlung, Hyperthyreose (Hals: keine MLD). Merke für die Prüfung: MLD ist nicht gleich sanfte Massage — Kontraindikationen kennen und begründen können.
ABCDE-Merkreihe für Abbruchkriterien: A = Angina pectoris (neu aufgetreten oder stärker als zu Beginn), B = Blutdruck: systolisch > 220 mmHg oder > 110 mmHg diastolisch, oder systolischer Abfall > 20 mmHg unter Belastung, C = Claudicatio (bei PAVK III/IV schon zu Beginn kein Training), D = Dyspnoe stark über Ausgangsniveau, SpO2 < 88%, E = EKG-Veränderungen oder Rhythmusstörungen (Palpitationen, Schwindel, Ohnmacht). Weiteres: Borg > 15 ohne Verbesserung, Übelkeit, Blässe, Kaltschweißigkeit. Bei einem dieser Zeichen: sofort unterbrechen, Patient sichern, Arzt informieren.

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