Physiotherapie Staatsexamen

Atemwegserkrankungen im Physiotherapie-Staatsexamen

Atemwegserkrankungen Physiotherapie Staatsexamen: COPD vs. Asthma, Spirometrie-Interpretation, PEP-Systeme, Lagerungsdrainage, Huff-Technik und Beatmungsentwöhnung — strukturiert auf Prüfungsniveau.

4 Schwerpunkt-Themen COPD & Asthma PEP-Systeme & Weaning

Warum Atemwegserkrankungen im Physio-Staatsexamen so viele überrascht

Atemphysiotherapie verbindet Pathophysiologie, Gerätekunde und klinische Technik — wer COPD und Asthma verwechselt oder PEP-Indikationen nicht kennt, verliert direkt Prüfungspunkte.

1
Spirometrie-Interpretation

Obstruktiv vs. restriktiv vs. gemischt: Tiffeneau-Index, FEV1 und TLC werden oft verwechselt — direkte Prüfungsfrage in schriftlich und mündlich.

2
PEP-Geräte und Techniken

Flutter, Acapella, RC-Cornet — Indikationen, Kontraindikationen und Unterschiede zur Lagerungsdrainage müssen klar abgegrenzt werden.

3
Beatmungsentwöhnung (Weaning)

Physiotherapeutische Maßnahmen auf der ICU, Atemmuskeltraining und Mobilisierungsziele sind zunehmend Prüfungsinhalt in der Intensivphysiotherapie.

Die Lösung

MicroSkills strukturiert Atemphysiologie, Gerätetechnik und klinische Atemtherapie in interaktiven Micro-Units — gezielte Prüfungsvorbereitung statt endloser Lernzeit.

Die wichtigsten Atemwegsthemen für die Physio-Prüfung

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Thema 1

Pathophysiologie & Spirometrie

Obstruktive Störungen
  • COPD: FEV1/FVC < 70 %, irreversibel, GOLD-Stadien I–IV
  • Asthma: FEV1/FVC < 70 %, reversibel nach Bronchodilatation
  • RV und FRC erhöht: Lungenüberblähung typisch bei COPD
  • Mukoviszidose: obstruktiv + Sekretretention + Infektneigung
Restriktive Störungen
  • TLC < 80 %: Lungenfibrose, Pleuraschwarte, Thoraxdeformität
  • FEV1/FVC normal oder erhöht bei Restriktion
  • Pneumonie: akut-restriktiv, Konsolidierung im Röntgen
  • Gemischte Störung: beide Muster kombiniert (fortgeschr. COPD)
Merksatz: Obstruktion = Tiffeneau-Index < 70 % | Restriktion = TLC < 80 % — beide können kombiniert auftreten
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Thema 2

Atemphysiotherapie-Techniken

Sekretmobilisation
  • Lagerungsdrainage: lappenspezifische Positionierung + Schwerkraft
  • Percussion/Vibration: manuell über betroffenen Lungenlappen
  • Huff-Technik (FET): forcierte Exspiration mit offener Glottis
  • Autogene Drainage: 3-Phasen-Technik (Lösen/Sammeln/Abhusten)
PEP-Systeme
  • Flutter: oszillierende PEP, Frequenz 6–26 Hz
  • Acapella: wie Flutter, auch in Horizontallage nutzbar
  • RC-Cornet: Hochfrequenz-Brust-Oszillation
  • CPAP/BiPAP: nicht-invasive Ventilation zur Sekretmobilisation
Prüfungsfalle: Huff ≠ Husten — Huff = offene Glottis + kein Bronchospasmus | Husten = Glottisverschluss + explosiver Druckanstieg
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Thema 3

COPD & Asthma-Management

COPD-Physiotherapie
  • Atemmuskeltraining: Inspiratory Muscle Training (IMT) > 30 % MIP
  • Körperliches Training: Ausdauer + Kraft (Evidenz Klasse I)
  • Lippenbremse: verzögert Bronchialkollaps, mindert Dyspnoe
  • Energie-Spar-Techniken: Aktivitätsplanung, Kutscher-Position

COPD-Atemtherapie im Detail: GOLD-Stadien, Lippenbremse, Autogene Drainage

Asthma-Physiotherapie
  • Notfallpositionen: Kutschersitz, Torwartstellung, Stützstand
  • Atemsenkung: reduzierte Atemfrequenz bei Akutanfall
  • Wahrnehmungsschulung: Selbstmanagement + Peak-Flow-Protokoll
  • Inhalationstechnik: korrekte Spacer-Anwendung üben und prüfen
Merksatz: COPD = progressiv + Sekretolyse + Training | Asthma = reversibel + Notfallposition + Wahrnehmungsschulung
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Thema 4

Beatmung & Entwöhnung (Weaning)

Beatmungsformen
  • Invasiv: endotracheale Intubation (ETT) oder Tracheotomie
  • NIV: nicht-invasiv (CPAP, BiPAP) via Maske
  • CPAP: Spontanatmung mit konstantem positivem Druck
  • PEEP: exspiratorisch positiver Druck = Alveolenstabilisierung
Weaning-Physiotherapie
  • IMT: Schwellenventil-Training > 30 % MIP, täglich
  • Frühmobilisation: Sitzen/Stehen/Gehen bei hämodynamischer Stabilität
  • SBT (Spontanatmungstest): 30–60 min Spontanatmung ohne Unterstützung
  • ICUAW: ICU-Acquired Weakness — Mobilisierung verkürzt Beatmungsdauer
Evidenz: Frühe Mobilisation auf ICU reduziert Beatmungsdauer um bis zu 2 Tage — stärkste physiotherapeutische Intervention im Intensivbereich

Atemwegserkrankungen im Vergleich

Die Differenzierung häufiger Atemwegserkrankungen nach Pathophysiologie, Spirometrie und physiotherapeutischer Konsequenz ist zentrales Prüfungsthema. Besonders COPD vs. Asthma wird regelmäßig abgefragt.

Erkrankung Spirometrie Reversibilität Physio-Fokus
COPD FEV1/FVC < 70 %, FEV1 reduziert, RV erhöht Irreversibel (nach GOLD-Kriterien) Sekretolyse, Atemmuskeltraining, körperl. Training
Asthma FEV1/FVC < 70 % im Anfall, Tiffeneau-Index variabel Reversibel nach Bronchodilatation (> 12 %) Notfallpositionen, Atemsenkung, Wahrnehmungsschulung
Mukoviszidose (CF) Obstruktiv + restriktiv (gemischt im Verlauf) Progressiv, nicht heilbar PEP-Systeme 2×/Tag, Lagerungsdrainage, Kraft/Ausdauer
Lungenfibrose TLC < 80 %, FVC reduziert, FEV1/FVC normal/erhöht Irreversibel, progressiv Belastungsadaptation, Dyspnoe-Management, O2-Therapie
In der mündlichen Prüfung werden Atemwegsthemen häufig als Fallszenarien mit Spirometrie-Befund gestellt. Wer Tiffeneau-Index, TLC und die zugehörigen Therapiemaßnahmen sicher benennen kann, punktet auch bei unerwarteten Kasuistiken.

Atemwegserkrankungen Staatsexamen — was Azubis am meisten fragen

Obstruktive Ventilationsstörung (z. B. COPD, Asthma): FEV1/FVC (Tiffeneau-Index) < 70 %. FEV1 reduziert, FVC normal oder leicht reduziert. RV und FRC erhöht (Lungenüberblähung). Restriktive Ventilationsstörung (z. B. Lungenfibrose, Pleuraschwarte): TLC < 80 % des Solls. FVC und TLC reduziert, FEV1/FVC normal oder erhöht. Gemischte Störung: Beide Komponenten kombiniert, häufig bei fortgeschrittener COPD. Klinische Konsequenz: Obstruktion = Sekretmanagement + Atemmuskeltraining; Restriktion = Mobilisation + Dehnungslagerungen.
PEP (Positive Expiratory Pressure) erzeugt einen expiratorischen Widerstand, der die kleinen Atemwege offen hält und Sekret mobilisiert. Mechanismus: Kollateralventilation, Schleimverflüssigung durch Druckaufbau. Geräte: Flutter (oszillierende PEP), Acapella, RC-Cornet, Pari PEP. Indikation: COPD mit Sekretretention, Mukoviszidose (CF), Bronchiektasen, postoperative Prophylaxe. Technik: 10–20 Atemzüge mit leicht aktiver Exspiration durch Gerät, dann Husten oder Huff-Technik. Kontraindikation: aktives Pneumothorax-Risiko, undrainierter Pleuraerguss.
Lagerungsdrainage: Nutzung der Schwerkraft, um Sekret aus peripheren Atemwegen in zentrale Bronchien zu fördern. Lappenspezifisch: Oberlappen = sitzend / leicht nach hinten; Mittellappen/Lingula = 15° Kopftieflage seitlich; Unterlappen = 45° Kopftieflage seitlich oder Bauchlage. Kombination mit: manueller Percussion, Vibration, PEP-Systemen. Indikation: CF, Bronchiektasen, chronische Bronchitis, post-OP Atelektaseprophylaxe. Kontraindikation: frische Hämoptoe, erhöhter Hirndruck, kardiale Dekompensation, frische Wirbelkörperfrakturen. Dauer: 15–20 Minuten je Lage, 2–3× täglich.
Huff-Technik (Forced Expiratory Technique, FET): Kontrollierte forcierte Exspiration mit offenem Mund und Glottis (kein Husten). Physiologie: Hochgeschwindigkeits-Luftstrom schält Sekret von der Bronchialwand, mobilisiert es ohne Bronchospasmus. Technik: Tiefe Inspiration, kurze Atempause, dann kräftiger „Huff“ mit offenem Mund. Unterschied zu Husten: Husten = Glottis-Schlussmechanismus + explosiver Druckanstieg (kann Bronchospasmus auslösen). FET = schonender, effektiver bei sekretproduzierenden Erkrankungen. Indikation: CF, Bronchiektasen, COPD mit Schleimretention, nach Lagerungsdrainage.
COPD: Chronisch-progressiv, meist irreversibel. Ursache: Tabakrauch, Schadstoffe — neutrophile Entzündung, Parenchymdestruktion (Emphysem), Mukusproduktion (chronische Bronchitis). FEV1 nach Bronchodilatation < 70 %. Stufentherapie nach GOLD (GOLD I–IV). Asthma: Episodisch, reversibel. Ursache: allergisch / nicht-allergisch — eosinophile Entzündung, Bronchospasmus, Schleimhautschwellung. FEV1 nach Bronchodilatation normalisierbar. Therapie: ICS + LABA. Physiotherapie COPD: Atemmuskeltraining, Sekretolyse, körperliches Training. Physiotherapie Asthma: Atemsenkung, Erlernen Notfallpositionen (Kutschersitz), Wahrnehmungsschulung.
Weaning: Schrittweise Reduktion der maschinellen Beatmungsunterstützung. Physiotherapeutische Rolle: Atemmuskeltraining (IMT = Inspiratory Muscle Training), Mobilisation (frühe Mobilisierung auf ICU), Atemkontrolle. Weaning-Protokolle: Spontanatmungsversuche (SBT, 30–60 min) — bei Erfolg Extubation. Atemmuskeltraining: Schwellenventil-Training (Threshold-IMT) ab 30 % MIP. Komplikationen: Weaning-Versagen, Zwerchfellparese, ICU-Acquired Weakness (ICUAW). Mobilisierungsziel auf ICU: Stehen/Gehen sobald stabil — reduziert Beatmungsdauer um bis zu 2 Tage (Evidenz Level I).

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