SKL · Allgemeine Krankheitslehre

Allgemeine Krankheitslehre für die Physio-Prüfung: Was wirklich kommt

Entzündung, Wundheilung, Ödeme, Schmerz — die 5 Grundlagenthemen, ohne die keine Prüfung auskommt. 10 Minuten. Klare Definitionen, keine Medizinstudenten-Tiefe.

5 Kernthemen 14 Tage kostenlos 10 Min/Einheit

Warum Allgemeine Krankheitslehre für Physio-Azubis so schwer ist

Allgemeine Krankheitslehre ist das Fundament — aber genau deshalb wird sie unterschätzt. Ohne die 5 Entzündungszeichen sicher zu kennen, ohne Wundheilungsphasen auswendig herzusagen, fehlt die Basis für fast jedes andere Prüfungsfach. Die Prüfung fragt Definitionen, aber auch klinische Konsequenzen.

1
Das 5. Entzündungszeichen wird vergessen

Calor, Dolor, Rubor, Tumor — vier kennen fast alle. Functio laesa (Funktionsverlust) als fünftes Zeichen wird in der Prüfung gezielt abgefragt und oft vergessen.

2
Wundheilungsphasen werden auswendig gelernt, aber nicht verstanden

Exsudations-, Proliferations-, Regenerationsphase — die Namen kennen reicht nicht. Die Prüfung fragt, was in jeder Phase physiologisch passiert und was die Physiotherapie in jeder Phase darf.

3
Ödeme und Schmerz werden zu vereinfacht behandelt

Ödem ist nicht gleich Ödem: kardiales, renales und lymphatisches Ödem haben verschiedene Entstehungsmechanismen — und verschiedene Physiotherapie-Konsequenzen. Das wird verwechselt.

Die Lösung

MicroSkills macht AKL anwendbar: Entzündungszeichen mit Fallbeispiel, Wundheilungsphase mit PT-Konsequenz, Ödem-Typ mit Differenzialdiagnose. In 10-Minuten-Einheiten — mit sofortigem Feedback, ob du es wirklich kannst.

Die 5 wichtigsten AKL-Themen für J2

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Thema 1

Entzündungszeichen (5 Kardinalzeichen)

Die 5 Zeichen
  • Calor — Wärme: Hyperämie, lokale Vasodilatation
  • Dolor — Schmerz: Prostaglandine, Bradykinin sensibilisieren Nozizeptoren
  • Rubor — Rötung: Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)
  • Tumor — Schwellung: erhöhte Gefäßpermeabilität, Ödem
  • Functio laesa — Funktionseinschränkung: Schmerz + Ödem hemmen Bewegung
PT-Konsequenzen
  • Akute Entzündung: PRICE (Protection, Rest, Ice, Compression, Elevation)
  • Keine Wärme bei akuter Entzündung (Hyperämie verstärken)
  • Keine Massage über entzündetem Gewebe
  • Entstauende Maßnahmen bei Tumor (Schwellung): Lymphdrainage
  • Chronische Entzündung: Wärme erlaubt, Mobilisation sinnvoll
Prüfungsfalle: Das 5. Entzündungszeichen ist Functio laesa (Funktionsverlust) — wird oft vergessen. Eselsbrücke: Celsus' vier Zeichen + Virchow's Functio laesa. Alle fünf sind in der mündlichen Prüfung abzufragen.
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Thema 2

Wundheilungsphasen

Die 3 Phasen
  • Phase 1 — Exsudation (0–3 Tage): Blutung, Entzündungsreaktion, Fibrin-Netz
  • Phase 2 — Proliferation (3–21 Tage): Granulationsgewebe, Kollagen Typ III, Revaskularisierung
  • Phase 3 — Regeneration/Remodelling (3 Wochen–2 Jahre): Kollagen Typ III → Typ I, Narbenreifung
  • Primäre vs. sekundäre Wundheilung: Mit vs. ohne Gewebeverlust
  • Störfaktoren: Infektion, Mangelernährung, Diabetes, Kortison
PT-Konsequenzen je Phase
  • Phase 1: Schutz, Ruhigstellung, PRICE-Schema
  • Phase 2: Vorsichtige Mobilisation, keine starke Dehnung
  • Phase 3: Progressive Belastung, Dehnübungen für Narbengewebe
  • Narbenmassage erst ab vollständiger Epithelialisierung
  • Ultraschall therapeutisch in Phase 2+3 zur Förderung der Wundheilung
Merkhilfe Wundheilungsphasen: Exsudation = Entzündung + Fibrin; Proliferation = Granulation + Kollagen III; Regeneration = Remodelling + Kollagen I. In der Prüfung: Kollagen Typ III ist instabil (Granulationsgewebe), Typ I ist stabil (reife Narbe).
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Thema 3

Ödeme: kardial, renal, lymphatisch

Ödem-Typen & Ursachen
  • Kardiales Ödem: Rechtsherzdekompensation → Knöchelödeme, beidseitig, wegdrückbar (pitting)
  • Renales Ödem: Niereninsuffizienz/nephrotisches Syndrom → Gesichtsödem morgens, beidseitig
  • Lymphatisches Ödem: Lymphabflussstörung → Teigige Konsistenz, nicht wegdrückbar (non-pitting)
  • Entzündliches Ödem: Lokal begrenzt, Wärme, Rötung
  • Hypoproteinämisches Ödem: Mangelernährung → erniedrigter kolloidosmotischer Druck
PT-Maßnahmen je Typ
  • Kardiales Ödem: Hochlagerung der Beine, keine intensive Massage
  • Lymphödem: Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE): Lymphdrainage + Kompression + Bewegung
  • Entzündliches Ödem: Kühlung, Kompression, Hochlagerung
  • Renales Ödem: Ursachenbehandlung primär, PT unterstützend
  • Pitting-Test: Finger 30 Sek. andrücken — Delle bleibt = pitting (kardial/renal)
Prüfungsfalle: Lymphödem ist non-pitting (keine Delle beim Eindrücken) — Gegensatz zum kardialen Ödem (pitting). Dieser Unterschied wird in mündlichen Prüfungen sehr häufig abgefragt. Begründung: Lymphödem enthält eiweißreiches Transsudat, das gelartig wirkt.
Thema 4

Schmerz: akut vs. chronisch

Akuter Schmerz
  • Warnsignal: Gewebeschädigung oder drohende Schädigung
  • Nozizeptiver Schmerz: Nozizeptoren werden durch Prostaglandine/Bradykinin aktiviert
  • Zeitlich begrenzt, Ursachenbeseitigung führt zu Abklingen
  • VAS (Visuelle Analogskala) 0–10 zur Messung
  • Schutzfunktion: Vermeidungsverhalten schützt geschädigtes Gewebe
Chronischer Schmerz
  • Persistiert > 3 Monate, oft ohne erkennbare Gewebeschädigung
  • Zentrale Sensibilisierung: Schmerzschwelle sinkt, Schmerzgedächtnis entsteht
  • Psychosoziale Faktoren: Fear-Avoidance-Modell, Katastrophisierung
  • Kein Warnsignal mehr — Schmerz als Erkrankung eigenständig
  • Multimodales Schmerzmanagement: PT + Psychologie + ggf. Medikamente
Prüfungstipp: Chronischer Schmerz ≠ langer akuter Schmerz. Chronisch = zentralnervöse Veränderungen (Sensibilisierung, Schmerzgedächtnis). Deshalb reicht bei chronischen Schmerzen reine symptomatische PT nicht aus — Edukation und Verhaltensänderung sind notwendig.
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Thema 5

Fieberphasen & physiotherapeutische Kontraindikationen

Fieberphasen
  • Anstiegsphase (Stadium incrementi): Schüttelfrost, Vasokonstriktion, Gänsehaut
  • Hochphase (Stadium fastigii/acme): konstant erhöhte Temperatur, trockene Haut
  • Abfallphase (Stadium decrementi): Schwitzen, Vasodilatation → Temperatur normalisiert sich
  • Subfebrile Temperatur: 37,5–38°C; Fieber: > 38°C; hohes Fieber: > 39°C
  • Ursachen: Infektionen (bakteriell/viral), Autoimmun, Malignome
PT-Kontraindikationen bei Fieber
  • Aktive Physiotherapie bei Fieber > 38,5°C: kontraindiziert
  • Fieber erhöht Herzfrequenz um ca. 10 Schläge/°C → Belastung gefährlich
  • In der Abfallphase (Schwitzen): besondere Kreislaufinstabilität
  • Passive Maßnahmen (Lagerung, Atemübungen) können vertretbar sein
  • Immer: Vitalparameter messen, Arzt informieren bei Fieber
Merkhilfe Fieberphasen: Anstieg = Kalt + Schüttelfrost; Hochphase = Heiß + Trocken; Abfall = Heiß + Schwitzen. Die Abfallphase ist kreislaufmäßig am instabilsten — deshalb nach dem Fieber nicht sofort belasten.
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So lernt MicroSkills: Fallbeispiel, Frage, sofortiges Feedback auf Physio-Niveau.

Fall: Ein 45-jähriger Patient hat sich vor 12 Tagen eine 4 cm lange, oberflächliche Schnittwunde am Unterschenkel zugezogen. Bei der Sichtung: blassrotes Gewebe, Wundränder nähern sich an, feine Kapillarsprossen sichtbar. Kein Exsudat, keine Rötung der Wundumgebung.

In welcher Wundheilungsphase befindet sich diese Wunde und was ist das charakteristische Merkmal?

Wundheilungsphasen: Was die PT darf — Übersicht

Phase Zeitraum Gewebe / Prozesse PT-Maßnahmen
Exsudation 0–3 Tage Blutung, Fibrin, Entzündungszellen PRICE, Ruhigstellung, keine Massage
Proliferation 3–21 Tage Granulationsgewebe, Kollagen Typ III, Gefäßneubildung Vorsichtige Mobilisation, kein starkes Dehnen
Regeneration 3 Wo.–2 Jahre Remodelling, Kollagen Typ III → Typ I, Narbenreifung Progressive Belastung, Narbenmassage, Dehnung
Primäre vs. sekundäre Wundheilung: Primäre Wundheilung (per primam intentionem): Wundränder liegen eng aneinander (z.B. Operationsschnitt), minimale Narbenbildung. Sekundäre Wundheilung (per secundam intentionem): Wundränder klaffen, größerer Gewebeverlust, ausgeprägte Granulation und Narbenbildung. Für die PT-Praxis relevant: bei sekundärer Wundheilung dauert alles länger, Narbenpflege ist wichtiger.
Kontraindikationen bei akuter Entzündung: Keine Wärme (Wärmflaschen, Thermalbäder, Infrarot) — verstärkt Hyperämie und Ödem. Keine direkte Massage über dem entzündeten Areal. Keine intensive passive Mobilisation. Ultraschall-Therapie ebenfalls kontraindiziert in Phase 1. Elektrotherapie (Gleichstrom) kann entstauend eingesetzt werden, aber nur nach ärztlicher Verordnung.

Allgemeine Krankheitslehre im Staatsexamen: Was kommt wirklich?

Im Physio-Staatsexamen (PhysTh-APrV) sind die häufigsten Themen der Allgemeinen Krankheitslehre: die 5 Entzündungszeichen (Calor, Dolor, Rubor, Tumor, Functio laesa), die 3 Wundheilungsphasen (Exsudation, Proliferation, Regeneration/Reparation), Ödem-Differenzierung (kardial, renal, lymphatisch, entzündlich), Schmerz (akut vs. chronisch, Gate-Control-Theorie) sowie Fieberphasen. Diese Themen bilden die pathophysiologische Grundlage für alle klinischen Fächer.
Die 5 Kardinalzeichen der Entzündung nach Celsus: Calor (Wärme — durch Vasodilatation), Dolor (Schmerz — durch Prostaglandine und Bradykinin), Rubor (Rötung — durch erhöhte Durchblutung), Tumor (Schwellung — durch erhöhte Gefäßpermeabilität) und Functio laesa (Funktionseinschränkung — als Schutzreaktion). In der Prüfung werden alle fünf abgefragt — und zu jedem Zeichen der physiologische Mechanismus dahinter.
Die Wundheilung verläuft in 3 Phasen: Phase 1 Exsudation (Tag 1–3): Entzündungsreaktion, Blutstillung, Fibringerüst — PT: Ruhigstellung, Kühlung, Hochlagerung. Phase 2 Proliferation (Tag 3–21): Granulationsgewebe, Neovaskularisation — PT beginnt mit vorsichtiger Mobilisation. Phase 3 Regeneration/Reparation (ab Tag 21): Kollagenreifung, Narbenbildung — PT: Dehnübungen, Narbenmobilisation, Aufbautraining. Für das Staatsexamen: Die Phase bestimmt die erlaubte PT-Intensität.
Pitting-Ödem: Beim Eindrücken mit dem Finger bleibt eine Delle bestehen — Zeichen eines eiweißarmen Transsudats (kardiales, renales Ödem). Non-pitting-Ödem: Keine bleibende Delle, teigige Konsistenz — Zeichen eines eiweißreichen Exsudats (Lymphödem, CVI Stadium III). Stemmer-Zeichen: Hautfalte über der Zehe nicht abhebbar = Lymphödem. Diese Unterscheidung ist prüfungsrelevant für Diagnose und PT-Maßnahme (Lymphdrainage nur bei non-pitting Lymphödem).
Akuter Schmerz hat eine Schutzfunktion: er warnt vor Gewebeschaden, hat eine klare Ursache und endet mit der Gewebeheilung (unter 3 Monate). Chronischer Schmerz dauert länger als 3 Monate, verliert die Schutzfunktion und wird eigenständige Erkrankung durch zentrale Sensibilisierung (Schmerzgedächtnis). Die Gate-Control-Theorie erklärt die Schmerzmodulation im Hinterhorn des Rückenmarks — relevant für TENS, Wärme und Bewegungstherapie als Gegenstimulation. Im Staatsexamen: chronischer Schmerz erfordert das biopsychosoziale Modell.
Schock = lebensbedrohliche Kreislaufinsuffizienz mit unzureichender Gewebedurchblutung. Erkennungszeichen: Blutdruck syst. < 90 mmHg, Herzfrequenz > 100/min (Tachykardie), Blässe, kalter Schweiß, Bewusstseinstrübung, Oligurie. Als Physiotherapeutin: Behandlung sofort stoppen, Notruf (112), Patient flach lagern mit erhöhten Beinen (Schocklage, außer bei Herzinsuffizienz), keine orale Flüssigkeit. Schockformen: hypovolämisch (Blutverlust), kardiogen (Herzversagen), septisch (Infektion), anaphylaktisch (Allergie). Im Staatsexamen: Sofortreaktion und Schocklage.
Arthrose ist degenerativ: Knorpelabbau durch Überlastung oder Alter, Anlaufschmerz (Schmerz bei Bewegungsbeginn), Belastungsschmerz, keine systemische Entzündung, Laborwerte normal. Arthritis ist entzündlich: immunologisch (rheumatoide Arthritis) oder infektiös, Ruheschmerz und Morgensteifigkeit (> 30 Min.), Schwellung, Wärme, erhöhte Entzündungswerte (CRP, BSG). Physiotherapeutisch: Bei Arthrose — Kräftigung, Entlastung, Ausdauer; bei Arthritis — im Schub Ruhigstellung, danach Mobilisation. Im Staatsexamen: Anlaufschmerz = Arthrose, Morgensteifigkeit = Arthritis.
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