SKL · Geriatrie

Geriatrie für die Physio-Prüfung: Was wirklich kommt

Sturzprävention, Demenz, Multimorbidität — die 5 Geriatrie-Themen, die in J2-Prüfungen auftauchen. 10 Minuten. Kein Overkill auf Facharzt-Niveau.

5 Kernthemen 14 Tage kostenlos 10 Min/Einheit

Warum Geriatrie für Physio-Azubis so schwer ist

Geriatrie ist das Fach, das in der Physiotherapie-Ausbildung oft unterschätzt wird — dabei ist der geriatrische Patient der häufigste Patient im Alltag. Multimorbidität, Sturzangst, Demenz: Die Prüfung fragt, was du konkret tust. Nicht Lehrbuch-Wissen, sondern Handlungswissen.

1
Sturzprävention ist mehr als Kraft- und Gleichgewichtstraining

Sturzangst selbst ist ein eigenständiger Sturzrisikofaktor — wer Angst hat zu fallen, bewegt sich eingeschränkt und fällt dadurch häufiger. Die Prüfung fragt, ob du diesen Zusammenhang kennst.

2
Demenz und Depression werden oft verwechselt

Beide können sich mit Antriebslosigkeit, Gedächtnisproblemen und Rückzug zeigen — trotzdem sind Diagnose und Physiotherapie-Ansatz völlig verschieden. Diese Verwechslung kostet Prüfungspunkte.

3
Multimorbidität erfordert Prioritätensetzung

Geriatrische Patienten haben im Schnitt 5–7 Diagnosen gleichzeitig. Die Prüfung fragt, welche Maßnahme bei welchem Problem Vorrang hat und welche Kontraindikationen beachtet werden müssen.

Die Lösung

MicroSkills liefert Geriatrie-Inhalte aus der Physio-Perspektive: Timed Up and Go Test bedeutet bei uns nicht nur Durchführung, sondern Interpretation und Konsequenz. Sarkopenie bedeutet: welches Training, welche Intensität, was beachten. 10-Minuten-Einheiten, Fallbeispiele, sofortiges Feedback.

Die 5 wichtigsten Geriatrie-Themen für J2

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Thema 1

Sturzprävention & Timed Up and Go Test

Was du wissen musst
  • Timed Up and Go (TUG): < 12 Sek. = unauffällig; > 20 Sek. = hohes Sturzrisiko
  • Sturzrisikofaktoren: Muskelschwäche, Gleichgewichtsstörung, Polypharmazie, Sturzangst
  • Sturzangst (Fear of Falling) als eigenständiger Risikofaktor
  • Intrinsische vs. extrinsische Sturzursachen unterscheiden
  • Berg Balance Scale als weiteres Assessmentinstrument
Physiotherapie im Fokus
  • Kraft- und Gleichgewichtstraining (Otago-Programm, Tai Chi)
  • Ganganalyse und Hilfsmittelversorgung (Rollator, Gehstock)
  • Wohnraumanpassung beratend empfehlen
  • Sturzangst adressieren: progressive Exposition, Vertrauen aufbauen
  • Polypharmazie-Risiko: Rücksprache mit Arzt bei > 5 Medikamenten
Prüfungsfalle: Sturzangst ist selbst ein Sturzrisikofaktor — nicht nur eine Folge von Stürzen. Wer weniger geht, verliert Kraft und Gleichgewicht und fällt häufiger. Dieser Kreislauf ist prüfungsrelevant.
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Thema 2

Demenz & MMSE-Orientierungstest

Was du wissen musst
  • Mini-Mental-Status-Examination (MMSE): 0–30 Punkte; < 24 = Verdacht auf Demenz
  • Alzheimer-Demenz (häufigste Form) vs. vaskuläre Demenz
  • Leitsymptome: Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Urteilsvermögen
  • Demenz ≠ Depression (Pseudodemenz): Unterschied kennen
  • Kommunikationsstrategien: kurze Sätze, langsam, Blickkontakt
PT-Praxis bei Demenz
  • Routinen und Vertrautheit schaffen (immer gleiche Abläufe)
  • Bewegung reduziert Agitation, verbessert Schlaf
  • Keine komplexen Mehrschritt-Anweisungen
  • Biografiearbeit nutzen (Bilder, Musik aus der Jugend)
  • Sturzrisiko erhöht — Umgebungsanpassung essenziell
Prüfungsfalle: Demenz ≠ Depression — beide häufig im Alter, aber völlig verschiedene Behandlung. Depression: reversibel, Antriebslosigkeit im Vordergrund. Demenz: irreversibel progredient, Gedächtnis im Vordergrund.
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Thema 3

Multimorbidität & geriatrisches Assessment

Was du wissen musst
  • Multimorbidität: ≥ 2 chronische Erkrankungen gleichzeitig
  • Geriatrische Syndrome: Frailty, Sarkopenie, Malnutrition, Dekubitus
  • Barthel-Index: ADL-Selbstständigkeit 0–100 Punkte messen
  • Polypharmazie: ≥ 5 Medikamente → Interaktionsrisiko, Sturz, Kognition
  • Prioritätensetzung bei konkurrierenden Diagnosen
PT-Praxis
  • Ganzheitliche Befunderhebung (körperlich, kognitiv, sozial)
  • Therapieziele realistisch und patientenzentriert setzen
  • Belastungssteuerung: Komorbiditäten beachten (Herzinsuffizienz + COPD)
  • Team-Kommunikation: Arzt informieren bei Veränderungen
  • ADL-Training: Alltagsaktivitäten trainieren, nicht nur Kraft
Merkhilfe: Barthel-Index misst, was der Patient alleine tun kann — 0 = vollständig pflegeabhängig, 100 = vollständig selbstständig. Im Prüfungsfall: Barthel < 65 = erhebliche Pflegebedürftigkeit.
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Thema 4

Sarkopenie & Frailty

Was du wissen musst
  • Sarkopenie: altersbedingter Verlust von Muskelmasse und -kraft
  • Diagnose: Handgriffstärke < 27 kg (m) / < 16 kg (f) = pathologisch
  • Frailty (Gebrechlichkeit): 5 Fried-Kriterien — ≥ 3 = frail
  • Unterschied: Sarkopenie = Muskelverlust; Frailty = Gesamtzustand
  • Zusammenhang mit Sturz, Hospitalisierung, Mortalität
PT-Maßnahmen
  • Krafttraining 2–3× pro Woche, progressive Überbelastung
  • Proteinreiche Ernährung begleitend empfehlen (> 1,2 g/kg KG)
  • Funktionelles Training: Aufstehen, Treppensteigen, Tragen
  • Ausdauertraining ergänzend (30 Min. moderate Intensität/Tag)
  • Ziel: Funktionserhalt, nicht Leistungssteigerung
Prüfungstipp: Frailty-Kriterien nach Fried: ungewollter Gewichtsverlust, Erschöpfung, Schwäche (Handkraft), langsame Gehgeschwindigkeit, geringe körperliche Aktivität. ≥ 3 Kriterien = frail → höchstes Interventionsbedarf.
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Thema 5

Dekubitusprophylaxe & Lagerung

Was du wissen musst
  • Dekubitus: druckbedingte Gewebeschädigung durch anhaltende Kompression
  • Stadien I–IV (oder Kategorie 1–4 nach NPUAP/EPUAP)
  • Risikofaktoren: Immobilität, Mangelernährung, Inkontinenz, reduzierte Sensibilität
  • Braden-Skala zur Risikoabschätzung
  • Prädilektionsstellen: Kreuzbein, Fersen, Ellenbogen, Hinterkopf
PT-Maßnahmen
  • Lagerungswechsel: 2-Stunden-Regel bei Bettlägerigkeit
  • 30-Grad-Seitenlagerung (schonendstes Verfahren)
  • Frühzeitige Mobilisation: Sitzen, Stehen, Gehen so früh wie möglich
  • Druckentlastung durch spezielle Matratzen (Wechseldruckmatratze)
  • Hautinspektion dokumentieren und melden
Merkhilfe: Die beste Dekubitusprophylaxe ist Bewegung — Physiotherapie ist damit direkte Prävention. Im Prüfungsfall: 2-Stunden-Lagerungswechsel + 30-Grad-Seitenlage + Mobilisation = drei Kernmaßnahmen.
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So lernt MicroSkills: Fallbeispiel, Frage, sofortiges Feedback auf Physio-Niveau.

Fall: Frau Bauer, 78 Jahre, kommt nach einem häuslichen Sturz in die physiotherapeutische Praxis. Sie lebt allein, nimmt 5 Medikamente täglich (u.a. ein Schleifendiuretikum) und klagt über gelegentlichen Schwindel. Im Timed Up and Go Test (TUG) benötigt sie 16 Sekunden.

Welche Aussage zum TUG-Testergebnis von Frau Bauer ist korrekt?

Timed Up and Go Test: Interpretation für die Prüfung

TUG-Zeit Interpretation PT-Konsequenz
< 10 Sekunden Unauffällig, normale Mobilität Prävention, Sturzrisikoaufklärung
10–19 Sekunden Grenzwertig, erhöhtes Risiko Gleichgewichts- und Krafttraining einleiten
20–29 Sekunden Erhöhtes Sturzrisiko Intensives Training, Hilfsmittel prüfen
≥ 30 Sekunden Hohes Sturzrisiko, Abhängigkeit Hilfsmittel zwingend, Wohnraumanpassung, Arzt informieren
Durchführung TUG: Patient sitzt auf Stuhl ohne Armlehne (Standardhöhe). Signal: aufstehen, 3 Meter gehen, umdrehen, zurückgehen, hinsetzen. Zeitmessung von "Los" bis wieder vollständig sitzend. Hilfsmittel dürfen genutzt werden, müssen dokumentiert werden.
Kontraindikationen für aktives Mobilisationstraining: Akute kardiale Dekompensation, frischer Myokardinfarkt (< 48h), akute tiefe Venenthrombose, schwere Osteoporose mit Frakturgefahr ohne Arztfreigabe, Fieber > 38,5°C. Immer: Vitalparameter prüfen vor Belastung.

Geriatrie im Staatsexamen: Was kommt wirklich?

Im Physio-Staatsexamen (PhysTh-APrV) sind die häufigsten Geriatrie-Themen: Sturzprävention mit dem Timed Up and Go Test (TUG-Grenzwert 12 Sekunden), Sarkopenie-Diagnostik nach EWGSOP2, Demenz mit MMSE-Screening, Multimorbidität und Polypharmazie sowie Dekubitusprophylaxe. Diese fünf Themenblöcke decken den Großteil der Geriatrie-Prüfungsaufgaben ab.
Der Timed Up and Go Test (TUG) misst die Zeit zum Aufstehen, Gehen von 3 Metern, Umdrehen und Zurücksetzen. Im Staatsexamen gilt: unter 10 Sekunden = unauffällig; ab 12 Sekunden = erhöhtes Sturzrisiko; über 20 Sekunden = hohes Sturzrisiko. Merkhilfe: „Unter 10 ist top, ab 12 droht Hop.“ Der Test erfasst Transfers, Ganggeschwindigkeit und Richtungswechsel.
Die Sarkopenie-Diagnose nach EWGSOP2 (2019) erfordert zwingend eine verminderte Muskelkraft als primäres Kriterium (Handkraft unter 27 kg bei Männern, unter 16 kg bei Frauen). Zusätzlich bestätigt eine reduzierte Muskelmasse (per DXA oder BIA) die Diagnose. Ganggeschwindigkeit unter 0,8 m/s gilt als Marker für schwere Sarkopenie. Entscheidend: Muskelmasse allein reicht nicht — reduzierte Muskelkraft ist das Eingangs-Kriterium.
Sarkopenie: messbarer Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft — organspezifischer Befund mit definierten Grenzwerten. Frailty (Gebrechlichkeit) nach Fried: umfassenderes Syndrom mit 5 Kriterien (Gewichtsverlust, Erschöpfung, niedrige Aktivität, langsames Gehen, schwache Handkraft). 3 von 5 = Frailty, 1–2 = pre-frail. Sarkopenie kann Bestandteil von Frailty sein. Merke: Sarkopenie = Diagnose mit Messwerten; Frailty = klinisches Syndrom.
Depression: akuter Beginn, Patient klagt selbst über Gedächtnisprobleme, Traurigkeit im Vordergrund, auf direkte Fragen korrekte Antworten möglich. Demenz: schleichender Beginn, Patient bagatellisiert Probleme, Orientierungsstörungen messbar (MMSE < 24 Punkte = Screening-Auffälligkeit), keine Krankheitseinsicht (Anosognosie bei Alzheimer). Wichtig: Beide können zusammen auftreten. Merksatz: Depression klagt, Demenz verneint.
Bei geriatrischen Patienten mit Multimorbidität (5+ Erkrankungen) und Polypharmazie (5+ Medikamente) sind diese Risiken zu beachten: Schleifendiuretika + Antihypertensiva → orthostatische Hypotonie (langsam aufstehen!), Sedativa → reduziertes Gleichgewicht und Reaktionszeit, Antikoagulantien → Vorsicht bei Kontakttherapie. Vorgehen: immer Vitalparameter vor Behandlung prüfen, Belastungsgrenzen individuell anpassen, beim Aufstehen kurze Standpause einbauen.
Dekubitus entsteht durch anhaltenden Druck auf Gewebe mit Unterbrechung der Mikrozirkulation. Risikoerfassung mit der Braden-Skala: unter 18 Punkte = erhöhtes Risiko. Lagerungsintervall: alle 2 Stunden Positionswechsel (bettlägerige Patienten), 30°-Seitenlagerung entlastet Sakrum und Trochanter. Gefährdete Stellen: Sakrum, Fersen, Malleolen, Hinterkopf. Physiotherapeutisch: Frühmobilisation ist die beste Prophylaxe, da Dauer-Druckentlastung durch Bewegung gewährleistet wird.
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